2 VersuchAm 13.09. trafen sich Funktionäre der AfD zu einem Kölner Kreisparteitag in Rodenkirchen. Der Parteitag sollte in dem Saal eines Tennis und Hockeyclubs stattfinden welcher in einem kleinen Wäldchen nicht nur schön ruhig, sondern auch schön abgelegen ist.

So schön ruhig wie man sich das vorgestellt hatte lief der Parteitag dann aber leider doch nicht an. Das Bündnis „Kein Veedel für Rassismus“ hatte Wind von dem Parteitag bekommen und zu einer spontanen Gegendemo aufgerufen. 60 Antifaschistinnen und Antifaschisten hatten sich zusammengefunden um es nicht einfach so hinzunehmen, dass die AfD im bürgerlichen Gewand ungehindert ihre homophope, rassistische Elitenpolitik ausleben kann.

Nach dem die Fronten klar waren und die Besucher, Mitarbeiter und auch Teile des Vorstandes begriffen hatten wen sie sich da ins Haus geholt hatten wurde unser Engagement gelobt und Verständnis gezeigt für die Wichtigkeit unserer Aktion. Der Sportbetrieb lief an dem Samstag Vormittag auf Hochtouren und so war trotz der Abgelegenheit des Clubs eine sehr hohe Präsenz an Laufpublikum da. Besuchern der Sportanlage was vor allem Kinder waren, sowie des Restaurants ließ man ungehindert passieren und sorgte dafür das es in diesem Bereich keine Auseinandersetzungen gab. Die AfD Mitglieder die tröpfchenweise ankamen ließen sich teilweise durch die Polizei abgeschirmt ins Gebäude bringen. Nach dem die ca. 15 Parteimitglieder in dem Gebäude verschwunden waren verließ man auf Bitten der Clubleitung das Gelände. Zu dem Zeitpunkt waren die maximalen Mittel leider ausgeschöpft, aber man konnte der AfD klar machen, dass sie in Köln nicht erwünscht ist und mit Gegenwehr zu rechnen hat. Unter einem großen Polizeiaufgebot zog die Gruppierung dann ab.
Erwähnenswert ist vielleicht noch, dass einem Politiker der AfD beim herunterfallen einer Mappe ein Pro Köln Flyer herausfiel. Unfreiwillig offenbarte man hier wohl das rechte Gedankengut unter dem eh schon braunen Deckmantel der bürgerlich-konservativen Politik. Die AfD verfolgt ganz klar eine Politik die sich auf „gute deutsche“ Werte stützt gegen ein multikulturelles Land. Die AfD spielt hier zugleich die Rolle des Brandstifters und des Nutzniessers. Die sogenannte Partei der Alternative macht Stimmung gegen Asylbewerber und Migranten. Begründet wird das pseudoökonmisch mit „Das Boot ist voll“ – Argumenten. Realpolitisch gesehen steht dann im Programm aber etwa eine Senkung des Spitzensteuersatzes und eine Erhöhung der Steuern für den Normalbürger.


Ein weiterer großer Punkt ist die Angst um die innere Sicherheit in Deutschland. Auch hier ist die AfD bemüht mit allen Klischees vom kriminellen Ausländer und natürlich mit dem Mär vom linken Mob zu arbeiten. Hier gehen neoliberale und rassistische Ansichten Hand in Hand wie schon lange nicht mehr. Die Partei bedient sich xenophoben Strömungen im Land und schürt diese zeitgleich. Im Hinblick auf die Erfolge der AfD bei den Landtagswahlen in Thüringen, Sachsen und Brandenburg ist nicht nur festzustellen wie die etablierten Parteien versagt haben bei dem Entstehen dieser Partei, sondern wie sie auch immer noch keine Gegenmaßnahmen entwickelt haben. Wie auch? Die AfD ist schließlich ein Kind der Politik der etablierten Parteien. Eine strikte antirassistische, antihomophobe und antisexistische Politik ist mit den etablierten Parteien leider nicht zu machen und auch sie bedient sich diese unterschiedlichen Strömungen gerne wenn es ihnen nutzt. Die etablierten Parteien und der Staat sind an sich unfähig eine klare antifaschistische Linie zu fahren. Dieses Thema ist aber zu wichtig um drauf zu vertrauen, dass der Staat es schon schaukeln wird oder darauf hinzuweisen, dass „eine Demokratie so etwas aushalten muss“. Hier sind gute und starke Bündnisse wie „Kein Veedel für Rassismus“ gefragt, die sich wehren. Die aufzeigen was für eine Rattenfängerpolitik hinter der AfD steht und die möglichst viele Menschen mobilisieren.“