2„Feigling“ (Quelle: dewereldmorgen.be)

Dass das Ford-Werk in Genk Ende 2014 geschlossen werden soll, ist nun mittlerweile keine Neuigkeit mehr. Ebenso wenig, dass das die Vernichtung von 10.000 Jobs bedeutet. Dass die Kollegen und Kolleginnen in Genk den Arbeitskampf aufgenommen haben und entschlossen gegen die Schließung des Werks protestieren, auch nicht. Neu sind die Strafbefehle, die nun zu Hause auf den Tischen von 13 KollegInnen liegen: Wegen Landfriedensbruch, Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte, Verstoß gegen das Versammlungsgesetz und schwerer Körperverletzung. Die Strafbefehle sehen sowohl Geldstrafen, als auch eine Haftstrafe von zehn Monaten auf Bewährung vor. Wie es dazu kam?

Am 7. November 2012 reisten 200 Genker KollegInnen von Ford zu einer Konferenz der europäischen Geschäftsleitung und Betriebsräte von Ford nach Köln, um gegen die Schließung ihres Werks in Genk zu demonstrieren. Nach kurzer Zeit befanden sie sich in einer Repressionswelle von Polizeikesseln und Festnahmen. Diese ziehen nun Folgen nach sich. Die KollegInnen haben Widerspruch gegen die Strafbefehle eingereicht – es erwarten uns also einige brisante gerichtliche Prozesse in den nächsten Monaten.

Wir verurteilen die Kriminalisierung des Arbeitskampfes der Ford-KollegInnen, die sich mit recht für die Erhaltung ihres Arbeitsplatzes einsetzen!

Daher solidarisieren wir uns mit dem Solidaritäts-Kreis „7. November“ (http://solikreis07nov.wordpress.com/) mit folgender Erklärung:

Die SDAJ Köln solidarisiert sich mit den kämpfenden Beschäftigten bei Ford! Wir unterstützen Euren Arbeitskampf und möchten Euch ermutigen, ihn weiterhin entschlossen fortzuführen, denn er ist, entgegen anderer Behauptungen, definitiv legitim. Euer Besuch hier in Köln war wichtig, auch, aber nicht nur für die Beschäftigten bei FORD in Köln. Die polizeilichen Repressionen, denen Ihr an diesem Tag ausgesetzt wart, sind in keiner Weise zu akzeptieren, ebenso wenig wie die darauf folgende strafrechtliche Verfolgung.

Auch wir fordern die Kölner Staatsanwaltschaft auf, die Strafbefehle gegen die KollegInnen mit sofortiger Wirkung einzustellen!

Keine Kriminalisierung von Arbeitskämpfen!

Ihr seid nicht alleine in Eurem Kampf, wir stehen an Eurer Seite – in Köln, wie auch in Genk.

SDAJ Köln