10542977_383667345119984_7909302921838201232_nAm 23. August unterstützte die SDAJ Köln den Akionstag „Untragbar“ der ver.di Jugend Köln, die zentral auf dem Domplatz stattfand. Mit dieser Veranstaltung wurden auf die sehr schlechten Arbeitsverhältnisse aufmerksam gemacht, welche in den Produktionsländern herrschen. In genau den Länder wo zahlreiche, auch deutsche Unternehmen wie Metro, C&A, P&C, KIK, ect, ihre Waren produzieren lassen.
Die ver.di Jugend hatte mehrere Nähmaschinen auf dem Platz verteilt, an den „Näher_Innen“ saßen, welche durch einen „Vorarbeiter“ per Megaphon symbolisch gebrüllt wurden, um die unmenschlichen Arbeitsbedingungen nachzustellen. Zwischendurch wurden Sprechblasen hochgehalten auf denen u.a. zu lesen war „Ich arbeite für Primark“, „Ich arbeite für KIK“ etc.
Viele Menschen blieben neugierig stehen und griffen zum Infomaterial oder zu den Flugblättern die verteilt wurden. Dort kam entwickelten sich Gespräche mit vielen interessierten Passanten sowie Touristen, welche alle ein durchweg positives Feedback gaben.


Die verdi.Jugend Köln hat in ihrem Aufruf nicht etwa die Konsumentinnen und Konsumenten zur Verantwortung gezogen, sondern benannte klar die Profiteure dieser Ausbeutung; nämlich die Konzerne, die den Lohn zahlen und nicht bereit sind die Löhne zu erhöhen, um den Preis im Marktsegment niedrig zu halten.
Um eine Situation für die ArbeiterInnen zu schaffen, fordert die verdi. Jugend Köln von den oben genannten Unternehmen folgendes:
1. Ein Existenzlohn für alle Arbeiter/innen der die Grundbedürfnisse von einer (Klein)Familie decken kann (das beinhaltet 2650 Kalorien am Tag sowie Unterkunft);
2. dieser muss in einer Arbeitswoche von max. 48 Stunden erwirtschaftet werden können;
3. dem Netto-Grundlohn für eine Standardarbeitswoche entspricht, d.h. keine Lohnzuschläge oder Spesenvergütungen beinhaltet;
4. darüber hinaus ein frei verfügbares Einkommen übrig lässt, dass mindestens 10 Prozent des Geldbedarfs zur Deckung der Grundbedürfnisse entspricht für Rücklagen für Krankheitsphasen etc.
Apropos Niedriglohn: es sind ebenfalls jene Unternehmen wie Primark, welche ihre menschenunwürdige Lohnpolitik konsequent auch in Deutschland durchziehen. Dies bedeutet im Klartext, dass ihre Angestellten u.a. nicht tariflich bezahlt werden. So erhalten Vollzeitbeschäftigte Primarkarbeitnehmer_innen in Deutschland bis zu 680 Euro weniger als es der Tarifvertrag der Verdi vorsieht. Das Glück überhaupt einmal an eine Vollzeitbeschäftigung zu kommen, muss man bei Primark erst einmal haben. Ein Großteil der Arbeitnehmer_innen wird mit einer Teilzeit- oder 450€ Stelle abgespeist. Der Fluter (Magazin des Bundesamt für politische Bildung) hat das in seinem Artikel von 2012 in einer Zwischenüberschrift sehr gut erkannt:

„Primark bringt seine Kunden quasi selbst hervor“